Stifterstatements

Der Stiftung Kirchgemeinde Loschwitz ein Gesicht geben –
das steht auch hinter dem Porträt von:

Christine Gebhart

Christine Gebhart (05-2019)
Warum ich spende (oder mitstifte)

Die Bedürftigkeit in dieser Welt ist un­endlich groß. Jeder, der empfänglich ist für die schreiende, aber auch stumme Not unserer Mitwelt, spendet und teilt seinen Besitz mit den Nächsten. Auf meiner Liste der Empfänger steht nun auch unsere Stiftung. Dies will ich etwas näher begründen.

Unsere Kirchgemeinde ist eine gewachsene, zugleich sich immer wieder neu findende Gemeinschaft – auch mit ihren Schwestergemeinden. Wir alle vertrauen unserm Pfarrer, der uns Woche für Woche Glauben vermitteln will, unserm Leben Kraft und Hoffnung gibt. Die Kirchenmusik soll uns Freude vermitteln, wir werden aufgefordert, selbst zu jubilieren. Das sind für mich wesentliche Inhalte unseres Gemeindelebens.
Leider ist es ein Trend unserer Zeit, der sich auch in den Landeskirchen mit großem Tempo ausbreitet, dass die, die uns den Weg zeigen, immer mehr in den Moloch Bürokratie eingebunden werden. Das Geld reicht nicht, und so entsteht eine Distanz zwischen unsern Seelsorgern und Kirchenmusikern zu den Gemeindegliedern. Für mich hat die Seelsorge absolute Priorität, und meine Angst ist groß, dass diese ureigenste Aufgabe eines Tages durch die Kürzung der Pfarrstellen auf der Strecke bleibt. Ich möchte dies mit allen Mitteln – eben auch mit Unterstützung der Stiftung – verhindern.
Ich wünsche allen Gemeindegliedern, dass sie sich in unserer Gemeinschaft verstanden fühlen, dass sie auf dem oft auch recht holprigen Weg im Glauben eine gute und persönliche Führung erhalten und in schwierigen Situationen aufgefangen und umsorgt werden. Dafür muss unserm Pfarrer und auch dem Kantor der Rücken frei gehalten werden. So verstandene Gemeindeglieder bewahren sich ein inneres Gleichgewicht. Sie heben ihren Blick, erkennen anderes Leid und tragen zur Linderung bei. In dieser Hoffnung bin ich mit Ihnen allen herzlich verbunden.


Rowena Winkelmann

Dr. Rowena Winkelmann (02-2019)

Unsere Familie ist seit Generationen hier verwurzelt. Gern und dankbar erinnere ich mich an Konfirmandenunterricht und Junge Gemeinde und damit auch an die damaligen kirchlichen Mitarbeiter, die dies ermöglichten.

Auch während der 20 Jahre, die ich mit meiner eigenen Familie nicht in Dresden lebte, fühlte ich mich mit der Loschwitzer Kirchgemeinde verbunden.
Besonders erinnerlich ist mir ein Anruf meiner in Loschwitz lebenden Mutter Anfang der neunziger Jahre. Sie erzählte mir begeistert, sie habe für den Wiederaufbau unserer Kirche Geld für eine Fußbodenplatte gespendet. Von dieser Spendenbegeisterung wurde ich sofort angesteckt und die Kirchweihe wurde für uns gemeinsam ein besonderes Fest.
Freudig erlebte ich später die Hochzeit unserer Tochter und die Taufen der drei Enkelkinder in unserer Kirche.
Voller Zukunftsoptimismus habe ich von Anfang an die Stiftung der Kirchgemeinde unterstützt. In den letzten Jahren wurde mir mit großer Sorge klar, daß unser bisheriges Engagement in der Stiftung nicht ausreichen wird, bisherige seelsorgerische, kirchenmusikalische und gemeindepädagogische Aufgaben in gewohntem Umfang zu erhalten.
Als Großmutter und als Ärztin, die sich mit psychischen Problemen beschäftigt hat, liegen mir gerade die Angebote der Kirchgemeinde, die sich an Kinder und Familien richten, besonders am Herzen.
Heute ist es fast selbstverständlich, körperliche Fitness mit oft großem finanziellen Aufwand zu erlangen. Aber was ist mit „geistlich-religiöser Fitness“, die uns befähigt, unser Leben zu bewältigen und zu gestalten?
Die Kirchgemeinde ist zwar kein „anderes Fitnesscenter“, aber ein Ort, wo Religion im Sinne des „wieder verbunden Seins“, christlicher Glaube und Rituale von Kindheit an gelernt werden können.
Wir haben in Loschwitz erfahren, wie der Wiederaufbau unserer Kirche dank der Hilfe so vieler Menschen gelingen konnte. Nun ist es an uns, diesen Schatz nicht nur äußerlich zu erhalten, sondern durch verlässliche Bedingungen eine lebendige Gemeindearbeit für nächste Generationen zu ermöglichen.


Bettina Decker-Falckenberg und Reinhard Decker (12-2018)

Man stelle sich vor: Advents- und Weih­nachtszeit ohne Kirchenmusik, Kurrende und Kantorei schweigen, die Orgel bleibt stumm, kein Zimbelstern erklingt.

Dieses Szenarium könnte eintreten, wenn sich die Abwertung des Kirchenmusikerberufes in unserer Landeskirche weiterhin fortsetzt. Die Stellenzuweisung für das Loschwitzer Kantorenamt ab 2020 entspricht einer Halbierung der bisherigen Mittelausstattung! Aus der bisherigen 70% B-Stelle soll eine 50% C-Stelle werden, aus einer hauptamtlichen Anstellung wird so ein Nebenamt. Wir als Gemeinde sind das letzte Glied im Kirchen-hierarchischen Entscheidungsprozess. Sind wir aber nicht die eigent­liche Basis kirchlichen Lebens? Ist nicht die Kirchenmusik ein entscheidender Pfeiler im sog. „Dreigespann“ des Verkündigungsdienstes? Deshalb sollten wir zur Selbsthilfe greifen und für den Erhalt unserer Kirchenmusik reichlich stiften oder spenden.


Rudolf und Margot Hubald (08-2018)

Am 2. Oktober 1994, vor nun 25 Jahren, waren wir dabei, als die Loschwitzer Kirche wieder geweiht wurde.

Hatte ich doch zuvor den Auftrag erhalten, mit meiner in Loschwitz ansässigen Firma das Dach und den Turm zu decken. Viele Gewerke waren im Einsatz, damit der Bau vollendet werden konnte. Wir waren stolz, dabei zu sein!
Schon als junger Geselle, etwa 1939, hatte ich einmal den Schiefer am Turm repariert. Da hätte ich mir nicht vorstellen können, als 70-jähriger nochmals da oben zu stehen!
Thüringer Schiefer wurde wegen der Devisen zu DDR-Zeiten in den Westen exportiert. Darum konnte von unseren Angestellten damals kaum jemand sonst diese Arbeiten ausführen. Es war meine letzte Arbeit!
Wir freuen uns am Anblick der wieder aufgebauten Kirche. Wir wünschen ihr und der Gemeinde eine gute Zukunft – und viel Leben mit allen Generationen unter ihrem Dach.
Gern gehören wir zu denen, die auch die Stiftung unterstützen. Soll es doch gut weitergehen und nicht an der falschen Stelle gespart werden.


Andrea Franke

Andrea Franke (05-2018)

Die Vorstellungen des Landeskirchenamtes, wonach u. a. in Dresden Gemeinden mit 6.000 Gemeindegliedern anzustreben sind, gehen nach meiner Meinung in eine völlig falsche Richtung.

Christlicher Glaube beweist sich, wirkt und berührt im alltäglichen Miteinander, in zwangsläufig anonymen „Organisationseinheiten“ verblasst seine Sichtbarkeit und am Ende geht er verloren. Unsere Stiftung kann diese Entwicklung verhüten helfen– indem sie unser gemeindliches Leben vor Ort finanzieren hilft, wo die Landeskirche dies nicht mehr tut. Deshalb unterstütze ich sie.


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